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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Die Englische Woche geht heute und morgen in ihre letzte Runde. Aus verletzungstechnischer Sicht passen diese Tage zum grauen Herbsthimmel. Mit Markus Kurzhals (TSV Hohenwart) und Stefan Nefzger (TSV Jetzendorf) haben sich zwei Spieler schwer am Knie verletzt. Kreuzbandriss lautet jeweils die Diagnose, gepaart mit weiteren Schäden an den Innenbändern und Menisken. Der wirklich einzig kleine Sonnenstrahl: Kurzhals hat den Humor nicht verloren: „Wir haben schon ein Zweibettzimmer reserviert“, meinte er gegenüber unserer Redaktion mit einem Lachen. Er und Nefzger kennen sich noch aus gemeinsamen Jetzendorfer Tagen.

Für Kurzhals ist es nicht die erste schwere Knieverletzung, schon 2015 hatte er sich einen Totalschaden zugezogen. Damals rechts - jetzt links. Momentan laborieren viele Spieler im Landkreis an einem gerissenen Kreuzband. In der jüngeren Vergangenheit erwischte es Christopher Thiel (SV Oberstimm), Tobias Stöger (TSV Reichertshausen – alles Gute zum Geburtstag übrigens!) oder Oliver Duchale (TSV Rohrbach). Doch warum ist dieser Teil des Gelenks eigentlich so empfindlich? Das Kreuzband heilt nicht von selbst wieder zusammen. Anders als bei einem Innen- oder Außenbandriss ist eine Operation also fast unumgänglich – das ist auch der Grund, weshalb es Monate dauert, ehe man wieder auf dem Fußballplatz steht.

Bei Profis ist die Ausfallzeit wesentlich kürzer. Das liegt an den schnellen Diagnose-, Behandlungs- und anschließenden Rehabilitations-Möglichkeiten. Bestes Beispiel ist Sami Khedira: Kreuzbandriss im November 2013, Weltmeister im Juli 2014. Operiert wurde er damals von Dr. Ulrich Boenisch in Augsburg, einem wahren Kreuzband-Experten. 300 Operationen pro Jahr sind für ihn keine Seltenheit. Dabei greift er regelmäßig auf zwei Alternativen für eine Kreuzband-Plastik zurück: Entweder wird ein Drittel der Patellarsehne, die über die Kniescheibe verläuft, herausgeschnitten und eingebaut. Oder man verwendet die Semitendinosussehne aus dem hinteren Oberschenkel.

Stabiler und langlebiger soll die erste Variante sein, sie ist auch bei Leistungssportlern gefragter. Wer diese vier, zwei aus jedem Bein, körpereigenen „Ersatz-Kreuzbänder“ schon in sein Kniegelenk implantieren ließ und trotzdem nochmal ein neues braucht, der sollte sich langsam Gedanken machen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten – Plantarissehne (Innenknöchel) oder Achillessehne zum Beispiel. Oder eben einfach das Karriereende.

So viel zum Thema Knie. Es gab natürlich noch einen weiteren Aufreger in dieser Woche, ebenfalls mit Schmerzen verbunden: Beim TSV Rohrbach ging es am Feiertag zur Sache, der TSV Eching war zu Gast. Nachdem ein Echinger Spieler mit Rot vom Platz musste, wurde er scheinbar von Rohrbacher Anhängern provoziert. Das Ende vom Lied: Der Rotsünder soll auf einen Fan losgegangen sein, dieser wurde am Ende im Krankenhaus behandelt. Der Spieler hat nun eine Strafanzeige wegen einer Körperverletzung am Hals.

Während der Echinger Trainer Gerhard Lösch gegenüber unserer Redaktion beteuerte, dass der Vorfall weit weniger schlimm gewesen sei, war im Bericht der Pfaffenhofener Polizei von einem „Faustschlag gegen die Schläfe“ die Rede. Die Wahrheit kennen die wenigsten, möglicherweise liegt sie irgendwo dazwischen. Die Rohrbacher Kicker werden jedenfalls mit einer Extraportion Motivation ins Rückspiel gehen. Schließlich unterlagen sie den Zebras trotz 50-minütiger Überzahl mit 2:4.

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