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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Jetzt ist es also passiert: Der September hat gerade einmal begonnen und der erste Trainer im Fußball-Landkreis muss seinen Hut nehmen. Markus Ertl hat es erwischt, die 0:3-Pleite gegen Langenbruck war sein letztes Spiel an der Seitenlinie des SV Geroldshausen. Die bittere Bilanz inklusive Vorbereitung: Elf Partien, zehn Niederlagen, ein Sieg. So gilt das alte Gesetz: Der Trainer ist das schwächste Glied. 

Dass es Ertl trifft, ist schon fast tragisch. Als leidenschaftlicher Löwen-Fan ist er ohnehin nicht vom Glück geküsst, zuletzt erlebte er auch noch ein grauenvolles Jahr beim MTV Pfaffenhofen. Streitigkeiten und Uneinigkeit innerhalb des Vereins prägten die vergangene Spielzeit. Die Fehler anderer musste Ertl auf bitterste Weise ausbaden, er konnte ja schlecht jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag zuhause bleiben. Also zog er die Saison durch und blieb, am Ende konnte der Abstieg aber nicht verhindert werden.

Der 53-Jährige ging dann nach Geroldshausen. Dass die Vorzeichen nicht ideal waren, wusste er natürlich: Spielertrainer Michael Wildmoser und Goalgetter Maximilian Huber hatten den Verein verlassen. Die Mentalität und das Umfeld des Vereins erinnerten ihn aber an den BC Uttenhofen – dort war er vor seiner Zeit beim MTV Trainer und wurde Meister in der A-Klasse. Mehr als die pure Hingabe konnten ihm die Geroldshausener Kicker aber nicht geben. Die Abgänge waren zu hart, externe Zugänge gab es nicht. Die Abteilungsleitung um Florian Drexler hatte es im Frühjahr freilich probiert – da im Gegensatz zu anderen Vereinen in der Kreisklasse aber am Geroldshausener Berg nicht mit Scheinen, sondern mit Werten gelockt wird, folgte niemand dem Ruf.

Nun soll es also Alois Federl richten. Bisher war der 33-Jährige Ertls Co-Trainer, nun ist er zum Chef aufgestiegen. Erlebt hat er in seiner Karriere schon einiges, vor allem die Bezirksliga-Zeit in Rohrbach hat den Verteidiger, in Hettenshausen und Schweitenkirchen einst zum Stürmer ausgebildet, geprägt. Abstiegskampf, Motivation, Entschlossenheit – es sind Eigenschaften, die Federl kennt und kann. Ob es zum Klassenerhalt reicht? Darüber kann man vielleicht im April nochmal reden, noch ist nämlich überhaupt nichts passiert. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt fünf Punkte – ein Abstand, den die Geroldshausener schon gefühlte Hundert Mal aufgeholt haben.

Ertl wolle sich nach eigener Aussage jetzt erstmal eine Pause gönnen. Nun neigt der Fußballtrainer dazu, diese Worte runterzubeten, wenn die Zusammenarbeit beim bisherigen Verein vor kurzem beendet wurde. Naz Seitle vom FC Tegernbach hatte das im Frühling auch noch gesagt, ein paar Wochen später saß er beim SV Karlshuld auf der Trainerbank. Was macht Ertl also? An Interessenten dürfte es nicht mangeln, schließlich ist er in Fachkreisen bekannt und beliebt. Daher freuen wir uns jetzt schon, wenn wir ihn wahrscheinlich relativ bald wieder in einem Amt im Herrenfußball begrüßen können. Bis dahin: Servus, Markus!

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