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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Der letzte Spieltag im August war aufgrund des Barthelmarktes in Oberstimm ein wenig auseinander gezogen. Manche Mannschaften waren schon am Donnerstag oder Freitag im Einsatz, andere verlegten ihre Partien komplett. Genügend Drama lieferten die übrigen Begegnungen trotzdem.

Da sind zum Beispiel die beiden Duelle in der Bezirksliga Nord: Zwei Mal stand es am Ende aus Landkreis-Sicht 2:1: Jetzendorf drehte einen Rückstand in Moosburg spät in einen Sieg, Pfaffenhofen feierte nach einem Monat wieder einen Dreier gegen Eching. Der TSV ist in einer Form, die Lust auf mehr macht. Rückstände scheinen die Mannschaft in dieser Runde kaum zu kümmern, immer wieder kommt die Schäffler-Truppe zurück. Nach sieben Spieltagen ist sie immer noch ungeschlagen und Erster. Der FSV belohnte sich selbst endlich wieder mit drei Punkten, mit Raphael Boser und Luca Seepe ließen zwei Ex-Scheyrer den Aufsteiger jubeln. Keeper Max Bleisteiner parierte außerdem einen Elfmeter. Seine Bayernliga-Erfahrung könnte in dieser Saison noch oft eine Rolle spielen.  

In den Ligen darunter waren es auffallend häufig späte Tore, die den Unterschied machten. In Hohenwart wurde Bastian Schmidtner gefeiert, in Geroldshausen ärgerte man sich über die Treffsicherheit von Hundszells Martin Groh, in Irsching über die von Zucherings Melih Senterzi und bei der FSV-Reserve wohl am meisten über das eigene Unvermögen. Der große Aufreger des Spieltages war dann aber neben dem Fußballplatz. Beim Türk SV Pfaffenhofen kochten die Emotionen über, offenbar hatten sich Vorstandsmitglieder in Angelegenheiten eingemischt, die eigentlich nur den Trainer etwas angehen sollten. Der heißt beim Kreisklassen-Absteiger Feridun Mikiroglu. Er sagte nach dem Spiel wütend und gleichzeitig enttäuscht: „Ich habe mein Amt niedergelegt. Ich mache nicht mehr mit, ich habe aufgehört.“

Ein paar Stunden später erklärte Mikiroglu dann gegenüber unserer Redaktion, dass er sich vielleicht doch noch einmal umstimmen ließe. Schließlich hätten auch seine Kapitäne nach dem Streit mit Außenstehenden positiv auf ihn eingewirkt. Man brauche ihn beim Türk SV, denn man wolle ja zusammen etwas erreichen. Wer Mikiroglu kennt, der weiß, worauf er Wert legt: Respekt und Disziplin. Zwei Dinge, mit denen der Türk SV immer wieder zu kämpfen hat. In der bisherigen Saison präsentiert sich der Absteiger auf dem Platz aber lammfromm: Sieben gelbe Karten sind es derzeit, in der Fairness-Tabelle der A-Klasse 4 bedeutet das Platz fünf. Ein Verdienst von Mikiroglu. Da kann sich manch ein Ligakonkurrent, der am Donnerstag noch seinen Uttenhofener Gegenspieler angespuckt hat, eine Scheibe abschneiden.

Neben dem Platz konnte Mikiroglu seine Werte aber noch nicht durchsetzen, zumindest nicht bei manchen Vorstandsmitgliedern oder Zuschauern. Dass er am Ende mit seinem sofortigen Rücktritt vielleicht überreagiert hat, dürfte er selbst wissen. Was beim Türk SV nämlich auch stets dazu gehört, ist die Emotion. Wenn sie der Absteiger zusammen mit dem Respekt und der Disziplin vereinen kann, ist in dieser Saison mit ihm zu rechnen. Schließlich schlagen die spielstarken Neuzugänge bislang voll ein, drei weitere hat Mikiroglu ja noch in der Hinterhand.

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