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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl

Beim TSV Baar-Ebenhausen ist die Katze aus dem Sack. Am vergangenen Samstag hatte Abteilungsleiter Jürgen Mayer auf der Weihnachtsfeier gleich zwei aufregende Personalien zu vermelden. Zum einen übernimmt Sportdirektor Thomas Wachs mit sofortiger Wirkung den Trainerposten bei der ersten Mannschaft, zum anderen steht Daniel Winkelmeier der Zweiten ab Sommer nicht mehr als Coach zur Verfügung.

Auch wenn sich die Wege trennen, eines hat das Duo doch gemeinsam: Sowohl Wachs als auch Winkelmeier stammen aus dem eigenen Stall. Eine Philosophie, die der Verein auf dem Trainerposten gerne vertritt – Frank Falkenburger und Christian Krippl sind weitere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Zwischen den Beiden trainierte Wachs die Mannschaft. Und nun feiert er sein Comeback an der Seitenlinie. „Der TSV steht im Vordergrund“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Klar, als erstes hätte man natürlich versucht, einen Trainer zu finden, der nicht Mayer oder Wachs heißt. Nach der Trennung von Robert Lang erstellte das Duo ein Anforderungsprofil und sondierte den Markt, auch Gespräche mit Kandidaten gab es. Aus beruflichen, gesundheitlichen und gar finanziellen Gründen klappte es aber nicht – weshalb Wachs einsprang. Ein Akt der Selbstlosigkeit, schließlich trainiert er auch schon seine Kinder im Juniorenbereich. Er verbringt seine Freizeit in den kommenden Monaten quasi ununterbrochen mit Fußball.

Kurzfristig wollten Mayer und Wachs im Birkenpark einen Coach haben, der altersmäßig eine gewisse Distanz zu den Spielern hat. Lang war Spielertrainer und 28 Jahre alt – „das war vielleicht zu sehr die Kumpel-Schiene“, meint Wachs. Im Sommer soll dann eine komplett neue Lösung präsentiert werden. Der große Vorteil ist der Faktor Zeit. Wo zaubert man kurz vor Weihnachten noch schnell einen Trainer her, der allen Anforderungen eines Kreisligisten in Abstiegsgefahr entspricht? Ein Ding der Unmöglichkeit. „So können wir die Phase jetzt überbrücken und dann mit jemandem starten, dessen Arbeit auf zwei oder drei Jahre ausgelegt ist“, erklärt Wachs. Kandidaten? Gibt es. Offenbar haben sich bereits potenzielle neue Trainer bei den Verantwortlichen gemeldet und sich angeboten.

Für Wachs gilt es nun bis zum Sommer, den Spagat zwischen Trainer und Sportdirektor zu schaffen. Schließlich wird er sein bisheriges Amt weiterhin ausführen. Dazu zählen vor allem viele Gespräche mit den Spielern. Als erstes sollen aber die beiden Baustellen geschlossen werden. „Bis zum Trainingsauftakt wollen wir die zwei neuen Trainer vorstellen“, kündigte Mayer zuletzt an. Die Vorbereitung beginnt am 12. Februar.

Für Winkelmeier startet dann sein vorerst letztes Kapitel im Birkenpark. Der 25-Jährige sucht nach drei Jahren als Trainer eine neue Herausforderung. „Ich habe mit diesem Gedanken schon ein paar Monate gespielt“, erklärt er. „Die Überlegung war einfach, den nächsten Schritt zu wagen und außerhalb eines Umfelds zu arbeiten, wo man jeden kennt.“ Winkelmeier war blutjung, als er im Sommer 2016 die Zweite des TSV übernahm. Im Jahr davor war der gelernte Physiotherapeut Teil des Bezirksliga-Stabs. „Ich habe in meiner Zeit hier in jeder Hinsicht wahnsinnig viel gelernt. Dafür möchte ich mich auch bei allen Beteiligten im Verein bedanken“, betont das Eigengewächs.

Wohin die Reise jetzt geht, ist noch offen. Nur eines scheint ausgeschlossen: Coach einer zweiten Mannschaft in der A-Klasse. Der C-Lizenz-Inhaber will weiterkommen – „wie das dann aussieht, weiß ich nicht. Ich kann mir sehr vieles vorstellen. Vielleicht auch höherklassig im Jugendbereich“, sagt er. „Erfahrungen kann man ja überall sammeln.“ Bis es so weit ist, richtet der Coach aber seine komplette Aufmerksamkeit auf das große Ziel mit der Baar-Ebenhausener Reserve. Das lautet einmal mehr Klassenerhalt, aktuell steht man relativ komfortabel da: Der TSV ist Neunter und hat neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

Mayer deutete zuletzt an, auf der Trainerbank der zweiten Mannschaft wieder auf eigene Kräfte zu setzen. Bislang hat es sich ja immer wieder bewährt – und wie man am Beispiel Wachs sehen kann: Wer einmal in Baar-Ebenhausen gecoacht hat, macht es vielleicht ein zweites Mal. Oder, Daniel Winkelmeier? „Eine Rückkehr kann ich mir auf jeden Fall irgendwann vorstellen. Dieser Verein ist wie eine große Familie.“

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