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In unserer Rubrik blicken wir auf alle Aufreger des aktuellen Spiel-Geschehens.

Von Alexander Kaindl 

Das Phantomtor: Wochenlang wurde im Herbst 2013 über den Treffer von Bayer Leverkusens Stefan Kießling diskutiert. Sie wissen schon, der Kopfball, der eigentlich ans Hoffenheimer Außennetz ging, dann aber doch im Tor lag. Ganz komische Geschichte damals am 18. Oktober 2013 in der Bundesliga. Fast exakt fünf Jahre später, nämlich am 21. Oktober 2018, war das Tornetz wieder im Mittelpunkt. Schon klar, der Rahmen war ein bisschen anders: A-Klasse 4, Türk SV Pfaffenhofen gegen TSV Reichertshausen. Die Kurzfassung: Aleksandar Kaurin erzielte in der Schlussphase das 3:1 für die Kreisstädter, plötzlich lag der Ball aber hinter dem Tor. Er war durch ein Loch im Netz geschlüpft. Der Schiedsrichter hatte es vor der Partie bereits gemerkt und den Platzherren Bescheid gegeben, beim Türk SV konnte man aber so schnell nichts flicken.

Kurios, irgendwie lustig, aber auch nicht weiter dramatisch. Beim Türk SV läuft es derzeit eigentlich bestens: Zwölf Spiele, zehn Siege, ein Remis, eine Niederlage. Die Rückkehr in die Kreisklasse scheint nur noch Formsache zu sein, sollte der Tabellenführer seine Verfassung halten können. Die einzige Pleite gab es zu Saisonbeginn gegen den ST Scheyern II, als die Mannschaft auf viele Urlauber verzichten musste.

„Verzichten“ und „Scheyern“ sind die Stichwörter: Nach dem Topspiel gegen die STS-Reserve am 3. November werden zwei Neuzugänge nicht nur den Verein, sondern direkt das Land verlassen. Wie das? Vorsitzender Onur Türkeri bestätigte gegenüber unserer Redaktion die Gerüchte, die seit Wochen kursieren: Djordje Vulic und Marko Lazarevic müssen nach 90 Tagen wieder zurück nach Serbien – so will es das Gesetz bei der Aufenthaltsdauer von Nicht-EU-Bürgern in Deutschland.

„Sie werden nach dem Spiel gegen Scheyern zurück nach Serbien fahren“, sagt Türkeri. Einer von ihnen wird dann gehandicapt sein, Marko Lazarevic hatte sich im Topspiel gegen Schweitenkirchen den linken Oberarm gebrochen. Wann er wieder fit ist, ist unklar. Sicher ist nur: „Sie kommen wieder“, so Türkeri. Nämlich im März, eine Woche vor Rückrundenbeginn. Dann können sie dem Türk SV wieder 90 Tage lang helfen, um das große Ziel zu erreichen. „Vielleicht bleiben sie dann sogar hier“, meint der Vereinsboss. Momentan sind Vulic und Lazarevic nämlich nur zum Kicken in Pfaffenhofen.

Während sich andere Vereine mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs oder den umliegenden Klubs verstärken, ist der Türk SV also im wahrsten Sinne des Wortes international tätig. Ungewöhnlich – aber der Erfolg heiligt die Mittel. Dann braucht es ja eigentlich nur noch ein paar Kabelbinder für das Tornetz.

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